Quercetin: Studien und wichtige Informationen - Nature Power Trading Ltd. (2023)

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Curcumin und Quercetin: Mit Curry und Zwiebeln gegen Darmkrebs

Die Inhaltsstoffe Curcumin und Quercetin vermindern Größe und Anzahl von Krebsvorstufen im Darm

Inhaltsstoffe von Curry und Zwiebeln können gefährliche Darmpolypenzurückdrängen und damit Darmkrebs vorbeugen. Das haben amerikanischeMediziner in einer vielversprechenden Pilotstudie an fünf Patientengezeigt, die an der so genannten familiären adenomatösen Polyposis (FAP)litten. Im Laufe dieser Erbkrankheit bilden sich Hunderte von Polypenim Darm. Unbehandelt folgt zwangsläufig Darmkrebs. Mit den als Tabletteeingenommenen Wirkstoffen Curcumin aus der Curryzutat Gelbwurz undQuercetin aus der Zwiebel konnte die Anzahl und Größe der Darmpolypenstark reduziert werden, schreiben die Wissenschaftler.

Da FAP zu einer Wucherung von Polypen mit anschließendem Darmkrebsführt, war zur Vorbeugung bei allen Patienten bereits ein Teil desDickdarms operativ entfernt worden. Die Mediziner untersuchten nun übereinen Zeitraum von neun Monaten, wie sich unter Einnahme von Curcuminund Quercetin die verbliebenen Polypen im restlichen Verdauungstraktverhielten. Die Zahl der Polypen ging um sechzig Prozent, die Größe umfünfzig Prozent zurück, stellten die Forscher fest. Dieser positiveBefund bestärkt sie nun, eine klinische Studie mit größerer Beweiskraftin Angriff zu nehmen.

Die Forscher vermuteten schon länger, dass sowohl Curcumin als auchQuercetin eine Wirkung gegen Darmpolypen und Darmkrebs entfalten.Teilweise waren dies aber nur Versuche an Zellkulturen und mit Mäusen.In der neuen Studie zeigte das Kombinationspräparat bei den Patientenfast keine Nebenwirkungen. Daher könnte es eine gute Alternative zuanderen Medikamenten sein, die von den Patienten schlecht vertragenwerden und zu Geschwüren und Blutungen im Verdauungstrakt führen, hoffendie Mediziner. Über Currysoße und Zwiebelsuppe lassen sich dieWirkstoffe allerdings nicht in ausreichendem Maße einnehmen, dabesonders Curcumin im medizinischen Test sehr hoch dosiert war. In Currymacht es nur drei bis fünf Gewichtsprozent aus.

Francis Giardiello et al. (Johns-Hopkins-Universität, Baltimore):Clinical Gastroenterology and Hepatology, Online-Vorabveröffentlichung, doi:10.1016/j.cgh.2006.03.020

Quercetin – ein seit 30 Jahren bekanntes Antioxidans

Quercetin (von lateinisch quercus Eiche) ist ein gelberNaturfarbstoff der in vielen Pflanzen, zum Beispiel in der Färbereicheoder im Apfel vorkommt. Ebenso ist es im Wein enthalten. Da Quercetinhauptsächlich in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte inRotweinen erwartungsgemäß viel höher. Daneben trägt auch eineHolzfaßlagerung zum Quercetingehalt bei, da die Substanz während derLagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht.

Flavonoide, Anthocyane und oligomere Proanthocyamdme bilden eineGruppe von etwa 5000 verschiedenen phenolischen Verbindungen, die imPflanzenreich weit verbreitet sind. Im Vergleich zu anderen sekundärenPflanzeninhaltsstoffen besitzen sie ein außerordentlich breitesWirkspektrum (siehe untenstehende Übersicht). Neben antikanzerogenen,antimikrobiellen, antiödematösen, antiphlogistischen undimmunmodulierenden Wirkungen weisen Polyphenole ausgeprägteantioxidative Eigenschaften auf. In ihrer antioxidativen undzytoprotektiven Wirksamkeit sind sie den Vitaminen überlegen.

Die einzelnen Vertreter der Flavonoide (Flavone, Flavonole,Anthocyanidine, Flava-none) unterscheiden sich in der Substitution derRinge. Hauptsubstituenten sind OH-Gruppen, die häufig mit Zuckerresten(z.B. Rhamnose) glykosidiert sind. Das bekannteste Aglykon (=zuckerfreier Glykosidrest) aus der Gruppe der Flavonole ist dasQuercetin. Flavonole tragen am C3 des Heterozyklus zusätzlich eineOH-Gruppe. Rutosid ist das Flavonolglykosid des Quercetins.

Die antioxidative Wirkung dei Flavonoide beruht auf der phenolischen OH-Gruppe. Dabei steigt mit der Anzahl der OH-Gruppen die antioxidative Potenz. Quercetin und Rutosid gehören mit den Anthocyanen, Proanthocyanidinen und dem Epigallocatechingallat (grüner Tee) zu den stärksten Antioxidantien unter den Polyphenolen. Flavonoide mit einer OH-Gruppe in Nachbarstellung zur Oxogruppe wie das Quercetin können prooxidativ wirkende Übergangsmetalle durch die Bildung stabiler Metall-Chelat-Komplexe inaktivieren. Die LDL-Oxidation und Bildung entzündungsfördernder Eicosanoide wird durch Flavonoide gehemmt. Flavonoide schützen mehrfach ungesättigte Fettsäuren in den Zellmembranen vor der Lipidperoxidation und sind gleichzeitig natürliche Vitaminverstärker. Sie regenerieren andere Antioxidantien (Vitamin E, Vitamin C, GSH) und verstärken damit deren antioxidative Wirksamkeit (“Redoxrecycling”).

Quercetin und Rutosid – biochemische und pharmakologische Wirkungen

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Antioxidative und endothelprotektive Wirkung

  • Entgiftung freier Radikale: Hydroxyl- und Lipidperoxylradikale (Ox. LDL â)
  • Inhibierungder oxidativen Inaktivierung von Vitamin C und E (=Vitamin-Spareffekt), Erhöhung der intrazellularen GSH-Spiegel(GSH/GSSG-Quotient)
  • Blockade der metallkatalysierten Oxidation durch Bildung stabiler Me-Chelat-Komplexe
  • Reduktion der Radikalgenerierung in Phagozyten und Lebermikrosomen
  • Schutz der Erythrozyten- und Thrombozytenmembran vor oxidativer Schädigung
  • Inhibierung der Sauerstoffradikalbildung durch das Enzym Xanthinoxidase (XO)
  • Reduktion der Katecholamin-Autoxidation (Hemmung der Catechol-O-Methyltransferase)

Hemmung der Hyaluronidase

  • Reduktion der Kapillarpermeabilität, Erhöhung der Kapillarresistenz (Gefäßabdichtung)
  • Ödemhemmend, membranstabilisierend

Reduktion der Histaminfreisetzung aus Mastzellen und basophilen Granulozyten

  • Reduktion der histamininduzierten Kapillarpermeabilität, antiallergische Wirkung

Hemmung der Phosphodiesterase

  • Hemmung der Thrombozytenaggregation, zytostatische Wirkung

Inhibierung von Cyclooxygenasen und Lipoxygenasen (Prostaglandinsynthese)

  • Antiinflammatorische, entzündungshemmende Wirkung (Leukotriene)

Sonstige Eigenschaften

  • Antitumorale und immunmodulierende (Anstieg der Makrophagenaktivitat) Wirkung
  • Blockade der Aldose-Reduktase
  • Antihepatotoxische, antimikrobielle und virostatische Aktivität
  • Aquaretische und blutdrucksenkende Wirkung

Antioxidative Wirkung durch Quercetin

Quercetin ist ein Pflanzenfarbstoff, der zum Beispiel in Äpfeln, oderder Traubenschale von Weinbeeren vorkommt und somit auch im Wein.Außerdem ist er zu finden in Zwiebeln und Bohnen. Diesem Stoff werdensehr positive Wirkungen zugeschrieben, unter anderem die antikarzinogeneWirkung – ein echter Antioxidant. Quercetin ist ein Flavoid welchereine östrogenartige Wirkung auf die Prostata hat und somit ein Wachsenvon Tumorzellen hemmt. Dieser Effekt konnte sogar schon in verschiedenenUntersuchungen nachgewiesen werden.

Quercetin gehört zu den Bioflavonoiden, die vor 70 Jahren – als dieVitaminforschung ihr ABC lernte, auch Vitamin P genannt wurden. DieBesonderheit hier ist, dass es nicht, wie die meisten anderenBioflavonoide, aus der inneren Schalenhaut von Zitrusfrüchten (Zitronen,Orangen) gewonnen wird, sondern aus Zwiebeln, Zucchini oderWeintrauben.

Der Körper kann Bioflavonoide nicht selbst herstellen, sondern istauf die Zufuhr über die Ernährung oder eben geeignete Präparateangewiesen. Bioflavonoide stärken die Kapillargefäße und haben starkeantioxidative und entzündungshemmende Wirkungen. Einige amerikanischeAutoren berichten von krebshemmenden Eigenschaften im Frühstadium derErkrankung sowie von krebspräventiven Fähigkeiten.

Den Ehrentitel “König der Bioflavonoide” verdiente sich Quercetinnicht zuletzt als kaum zu übertreffendes natürliches Anti-Histamin.Durch seine Fähigkeit, die übermäßige Ausschüttung von Histamin imKörper zu hemmen, ist Quercetin bei Heuschnupfen und anderen Allergienerste Wahl.

Zum Schutz gegen Allergien, Arthritis (oder andere entzündliche Erkrankungen, nimmt man am besten 500 – 1.500 mg über den Tag verteilt. Vorbeugend gegen Arteriosklerose (Quercetin verhindert die Oxidation und Ablagerung von LDL-Cholesterin) und Krebs (Quercetin steigert die Produktion bestimmter Enzyme, die den Organismus von Karzinogenen entgiften) genügen im allgemeinen täglich 1 – 2 Kapseln.

Quercetin beugt Allergien vor

Die Substanz Quercetin ist ein gelber Naturfarbstoff und Antioxidans. Er verhindert im Körper die Histamin-Freisetzung und ist somit auch ein natürliches Antihistamin. Histamin ist der Hauptverursacher für die Symptome und Beschwerden bei Atemwegsallergien. Quercetin ist in bestimmten Nahrungsmitteln enthalten: Zitrusfrüchte, rote Zwiebeln und Buchweizen weisen eine hohe Konzentration auf. Mit der Einnahme von Quercetin sollten Sie etwa einen Monat vor der Allergiesaison beginnen, dann funktioniert sie am besten. Wichtig ist, dass Sie das Präparat kontinuierlich einnehmen.

Quercetin – ein Flavonoid

Quercetin (von lateinisch quercus, Eiche) ist ein gelber Naturfarbstoff der in vielen Pflanzen, wie der Färbereiche oder im Apfel vorkommt. Ebenso ist es im Wein enthalten. Da Quercetin hauptsächlich in der Traubenschale vorkommt, sind die Gehalte in Rotweinen höher als im Weißwein. Daneben trägt auch eine Holzfasslagerung zum Quercetingehalt bei, da die Substanz während der Lagerung langsam vom Holz in den Wein übergeht. Das Polyphenol Quercetin ist ein Flavonoid und zählt zur Untergruppe der Flavonole; es ist ein Pentahydroxyflavon. Es ist weit verbreitet im Pflanzenreich und somit auch in der Nahrung. Große Mengen an Quercetin können in Zwiebeln, Äpfeln, Brokkoli oder grünen Bohnen gefunden werden, die je nach Art der Zubereitung teilweise zerstört werden. Auch durch das Schälen von Obst und Gemüse sinkt der Flavonoid-Anteil drastisch, denn speziell in den farbigen Schalen (Flavonoide sind Pflanzenfarbstoffe) ist der Flavonoidgehalt hoch. Quercetin werden weitreichende, physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei die antikarzinogene Wirkung, welche hauptsächlich auf das antioxidative Potenzial zurückzuführen ist. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und E als Radikalfänger.

Vorkommen

Quercetin kommt in der Natur an bestimmte Zucker gebunden als Glykosid vor. Einen hohen Gehalt an Quercetin findet man in

  • Kapern (1800 mg/kg)
  • Liebstöckel (1700 mg/kg)
  • Tee (Camellia Sinensis)
  • Zwiebeln – besonders in den äußersten Ringen (284-486 mg/kg)
  • Heidelbeeren (kultiviert 74 mg/kg, wild 146-158 mg/kg)
  • Grünkohl (60-110 mg/kg)
  • roten Trauben
  • Äpfeln (21-440 mg/kg)
  • Schnittlauch (245 mg/kg)
  • Zitrusfrüchten
  • Brokkoli (30 mg/kg) und anderem grünen Blattgemüse
  • grünen Bohnen (39 mg/kg)
  • Kirschen (32 mg/kg)
  • Himbeeren
  • schwarzen Johannisbeeren (69 mg/kg)
  • Brombeeren (45 mg/kg)
  • Preiselbeeren (kultiviert 83-156 mg/kg, wild 121 mg/kg) der süße Eberesche (85 mg/kg)
  • Sanddorn (62 mg/kg) und Krähenbeeren (kultiviert 53 mg/kg, wild 56 mg/kg).

Eine kürzlich durchgeführte Studie ergab, dass Tomaten aus biologischem Anbau 79% mehr Quercetin enthielten als bei konventionellem Anbau.

Pflanzenstoffe regulieren zelluläre Prozesse

Das im Pflanzenreich weit verbreitete Quercetin ist der inquantitativer Hinsicht bedeutendste Vertreter der Flavonoide. Quercetinist in vielen häufig verzehrten Nahrungsmitteln enthalten, wie z.B. inÄpfeln, Küchenzwiebeln, Tee, Beeren und Kohlgemüse, sowie in einerVielzahl von Pflanzensamen, Nüssen, Blüten, Rinden und Blättern.Quercetin ist auch in zahlreichen Arzneipflanzen wie z.B. Ginkgo biloba,Hypericum perforatum (Johanniskraut), Sambucus canadensis (Holunder)u.v.a. zu finden und hat häufig erheblichen Anteil an der Heilwirkungdieser Pflanzen. In experimentellen Studien wurde nachgewiesen, dassQuercetin in vielfältiger Weise auf den menschlichen Organismus wirkt.

In vielen Untersuchungen werden Quercetin weitreichende,physiologisch positive Effekte zugesprochen. Hervorzuheben ist dabei dieantikarzinogene Wirkung, die hauptsächlich auf das antioxidativePotenzial zurückzuführen ist. Quercetin wirkt wie die Vitamine A, C und Eals Radikalfänger und kann auch die Gesundheit der Augen fördern.Quercetin wirkt auf die Zellen der glatten Muskulatur entspannend, diesträgt dazu bei, hohem Blutdruck und Rhythmusstörungen vorzubeugen.Insgesamt hat Quercetin eine stärkende Wirkung auf die körpereigenenAbwehrkräfte.

Alle Flavonoide weisen dieselbe chemische Grundstruktur auf. Siebesteht aus drei Ringen mit angebundenen Hydroxyl(OH)-gruppen. Durchzahlreiche weitere Substitutionen entsteht die große Vielfalt derFlavonoide. In Nahrungsmitteln kommen Flavonoide häufig in Form vonGlykosiden vor, d.h. sie besitzen am mittleren Ring C ein Zuckermolekül(Rhamnose, Glukose, Galaktose etc.). Quercetin ist das Aglykon (d.h. dieSubstanz ohne das jeweilige Zuckermolekül) einer Anzahl weitererFlavonoide, wie z.B. Rutin, Quercitrin, Isoquercitrin und Hyperosid.Diese Substanzen sind strukturchemisch weitgehend identisch mitQuercetin, enthalten aber im Unterschied zu diesem an Stelle einer derHydroxylgruppen am Ring C ein spezifisches Zuckermolekül, das ihrebiochemische Aktivität entscheidend verändert. In Vergleichsstudien zurWirksamkeit der Flavonoide wurde festgestellt, dass andere Vertreterdieser Substanzgruppe häufig ähnliche Wirkungen aufweisen wie Quercetin,dass Quercetin aber in der Regel am stärksten wirksam ist.

Quercetin hat zahlreiche positive Wirkungen auf die Gesundheit desMenschen. Es schützt z.B. das Herz-Kreislauf-System, wirkt derEntstehung von Karzinomen und Ulzerationen entgegen, verhindertallergische Reaktionen, beugt der Kataraktentwicklung vor und wirktantiviral und antiinflammatorisch.

Quercetin ist ein “Sekundärer Pflanzenstoff”, der vor allem in den Randschichten von Pflanzen vorkommt, um diese vor antioxidativen Einflüssen zu schützen (Schädigung durch Sauerstoffmoleküle). Es ist das am häufigsten vorkommende Flavonoid und gehört hier in die Unterkategorie der Flavonole, die sich durch ihre hellgelbe Farbe auszeichnen (lat. flavus = gelb). Wie alle Flavonoide wirkt Quercetin antioxidativ und antimikrobiell. Allerdings sinkt der Gehalt an Quercetin gegen Null, wenn die Schale/Haut von Obst oder Gemüse entfernt wird. So enthält z.B. die Schale der Quitte 180 mg / kg Frischgewicht, das reine Fruchtfleisch enthält nur Spuren von Quercetin.

Die Wirkmechanismen von Quercetin

In der Regel haben die Flavonoide antioxidatives Potential. Auch dieWirkungen von Quercetin scheinen zum Teil auf seinen antioxidativenEigenschaften zu beruhen. Quercetin wirkt als Radikalfänger und hemmt invitro die Xanthinoxidase und die Lipidperoxidation. Ein weiterer Beweisfür diese antioxidative Wirkung ist die Tatsache, dass Quercetin invitro die Oxidation von LDL-Cholesterin hemmt. Dies geschiehtwahrscheinlich durch die direkte Hemmung der LDL-Oxidation,möglicherweise aber auch, indem es das in die LDL-Partikel eingelagerteVitamin E vor Oxidation schützt oder bereits oxidiertes Vitamin Eregeneriert. Allein oder in Verbindung mit Ascorbinsäure senkteQuercetin die Inzidenz oxidativer Schäden an neurovaskulären Strukturenin der Haut und verhinderte die Schädigung von Neuronen durch eineexperimentell herbeigeführte Entleerung der Glutathionspeicher.

Die antiinflammatorische Wirkung von Quercetin scheint auf seinenantioxidativen Eigenschaften und auf der Hemmung entzündungsfördernderEnzyme (Zyklooxygenase, Lipoxygenase) sowie auf der anschließendenInhibition der Freisetzung von Entzündungsmediatoren wie z.B.Leukotrienen und Prostaglandinen zu beruhen. Auch die Hemmung derHistaminfreisetzung aus Mastzellen und Blutbasophilen trägt zurentzündungshemmenden Wirkung von Quercetin bei.

Das Enzym Aldosereduktase, das die Umwandlung von Glukose zu Sorbitolkatalysiert, spielt eine besonders wichtige Rolle im Auge, wo es an derEntstehung diabetischer Katarakte beteiligt ist. Quercetin ist einstarker Inhibitor der Aldosereduktase in der menschlichen Linse.

Quercetin weist eine antivirale Wirksamkeit gegen die ReverseTranskriptase des HI-Virus und anderer Retroviren auf. Auch konntenachgewiesen werden, dass es die Infektiosität von Herpes-simplex-VirenTyp 1, Polioviren Typ 1, Parainfluenzaviren Typ 3 undRespiratory-Syncytial-Viren (RS-Viren) reduziert und die intrazelluläreReplikation dieser Viren hemmt.

Im Anschluss an erste Studien zu Quercetin wurde berichtet, dass die Verabreichung dieser Substanz bei Ratten zu einer erhöhten Inzidenz von Harnblasentumoren geführt habe. Spätere Studien an Ratten, Mäusen und Hamstern konnten jedoch die angebliche Karzinogenität von Quercetin nicht bestätigen. Vielmehr belegt die Mehrzahl neuerer Untersuchungen, dass Quercetin antikarzinogen auf viele Arten von Krebszellen wirkt. Dies gilt für Brustkrebs, Leukämie, Kolonkarzinom, Ovarialkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Endometriumkarzinom, Magenkarzinom) und nicht-kleinzelliges Bronchialkarzinom.

Klinische Anwendungsgebiete

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Allergien:

Angesichts der stabilisierenden Wirkung von Quercetin auf dieMastzellen liegt es nahe, die Substanz zur Unterdrückung derHistamin-Freisetzung bei Allergikern einzusetzen, ähnlich wie dassynthetische Flavonoid-Analogon Cromolyn-Na. In reiner Form wird dasAglykon Quercetin schlecht resorbiert. Möglicherweise beruht jedochseine antiallergische Eigenschaft zum großen Teil auf seinerantiphlogistischen und antihistaminischen Wirkung im Darm.

Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen:

Als wichtigste kardiovaskuläre Effekte von Quercetin sindseine antioxidative und antiinflammatorische Wirkung sowie seineFähigkeit zur Hemmung der Thrombozytenaggregation ex vivo zu nennen. Inder “Zutphen Elderly Study” wurden die Flavonoidzufuhr mit der Nahrungund das Risiko einer Erkrankung an koronarer Herzkrankheit (KHK)untersucht. Es zeigte sich eine signifikante inverse Korrelationzwischen KHK-bedingter Mortalität und aufgenommener Flavonoidmenge. Beidenjenigen Probanden, die in dieser fünfjährigen Follow-up-Studie anMännern von 65 bis 84 Jahren das Viertel mit der höchstenFlavonoidzufuhr bildeten, betrug das relative Risiko 0,42 im Vergleichzu dem Viertel mit der geringsten Flavonoidzufuhr. Besondere Beachtungverdient dabei die Tatsache, dass die in dieser Studie am häufigstenverzehrten flavonoidhaltigen Nahrungsmittel (Tee, Zwiebeln, Äpfel)besonders reich an Quercetin sind. In einer Kohorte derselben Studiebestand eine umgekehrte Korrelation zwischen der Flavonoidzufuhr mit derNahrung (hauptsächlich Quercetin) und der Apoplexhäufigkeit.

Entzündungen:

Quercetin ist bei allen entzündlichen Erkrankungen indiziert, da esdie Bildung entzündungsfördernder Prostaglandine und Leukotriene sowiedie Freisetzung von Histamin hemmt. Besonders günstig wirkt sich diesbei Asthma aus, denn Leukotrien B4 ist ein stark wirksamerBronchokonstriktor. Die Hemmwirkung von Quercetin auf die Xanthinoxidasereduziert die Harnsäurebildung und kann zur Behandlung der Gichtgenutzt werden.

Antiulzerative/gastroprotektive Wirkungen:

In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass Quercetin den Magenvor alkoholbedingten Ulzera schützt. Dies beruht wahrscheinlich aufseiner hemmenden Wirkung auf die Lipidperoxidation der Magenzellenund/oder seiner dämpfenden Wirkung auf die Magensaftsekretion. Eineninteressanten Aspekt bei der antiulzerativen Wirkung von Quercetinbildet die Tatsache, dass die Substanz in vitro das Wachstum vonHelicobacter pylori in dosisabhängigem Ausmaß hemmt.

Malignome:

Wie bereits erwähnt, wurde die Wirkung von Quercetin in verschiedenenTiermodellen und an humanen Karzinomzelllinien untersucht. Dabei wurdefestgestellt, dass Quercetin antiproliferativ wirkt. Darüber hinausverstärkt es möglicherweise die Wirksamkeit von Chemotherapeutika. Esist jedoch notwendig, auf diesem Gebiet noch mehr klinisch orientierteForschung zu betreiben, um die wirksamen Dosierungsbereiche und-schemata zu ermitteln.

Diabetische Komplikationen:

Aufgrund seiner Hemmwirkung auf die Aldosereduktase kann Quercetinbei Diabetikern sinnvoll zur Ergänzung einer Supplementationsbehandlungeingesetzt werden, um Katarakten und neurovaskulären Komplikationenvorzubeugen.

Virusinfektionen:

Quercetin verspricht einen erfolgreichen Einsatz bei Virusinfektionen. Allerdings basiert keine der einschlägigen Untersuchungen zu diesem Punkt auf klinischen Beobachtungen, wohl aber auf einschlägigen Erfahrungen verschiedenster Naturheilkundler. Dennoch ist eine quercetinreiche Ernährung oder eine Nahrungsergänzung mit reinem Quercetin bei Virusinfekten anzuraten.

Pharmakokinetik

Zur Resorption von Quercetin liegen nur wenige klinische Untersuchungen vor. Offenbar wird nach einmaliger oraler Verabreichung nur ein geringer Anteil der Dosis resorbiert. Eine Studie ergab sogar eine Resorptionsrate von lediglich zwei Prozent. Eine neuere Studie zur Resorption bei “gesunden” Ileostomie-Patienten ergab einen resorbierten Anteil von 24 Prozent für das reine Aglykon bzw. von 52 Prozent für Quercetin-Glykoside aus der Zwiebel. (33) Die Probanden wurden jedoch nicht auf ihre intestinale Permeabilität untersucht. Daher sind die Ergebnisse möglicherweise nicht verlässlich. Quercetin wird im Darm bakteriell abgebaut und in Phenolsäuren umgewandelt. Nach der Resorption wird Quercetin an Albumin gebunden und in die Leber transportiert, wo es teilweise methyliert, hydroxyliert oder konjugiert werden kann.

Dosierung

In der klinischen Praxis wird meist eine orale Dosis von 400-500 mg dreimal täglich verabreicht. Üblich ist eine Dosierung von 250 mg dreimal täglich.

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Author: Nathanael Baumbach

Last Updated: 12/21/2022

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