Sorgerechtsverfügung: Wer bekommt das Kind im Todesfall? (2022)

Eltern, die in der Blüte ihres Lebens stehen, denken nur seltenan ihren eigenen Tod – sie treffen meist auch keine Vorsorge für ihre minderjährigen Kinder. Fakt ist, dass jährlich „etwa 1000 Kinder und Jugendliche zu Vollwaisen werden“ (siehe „Sorgerechtsverfügung für Kinder“). Regeln Eltern nicht im Voraus, wer nach ihrem Tod ihre Kinder vertritt,entscheidet dies das Gericht.

Sterben beide Elternteile, beispielsweise durch einen Verkehrsunfall,geht das Sorgerecht für minderjährige Vollwaise nicht automatisch an nahe Verwandte. Sind diese beispielsweise zu alt oder zu jung (minderjährige Geschwister), bestimmt das Gericht im Einvernehmen mit dem Jugendamt einen geeigneten Vormund – unter Umständen sogar einen wildfremden Menschen.

Diese Tatsache veranlasste mich, in einer sogenannten Sorgerechtsverfügung festzuhalten, wer sich um unser Mädchenkümmern soll, falls Thomas und mir etwas zustösst. Damit ihr euch die notwendigen Informationen zum Erstellen einer Sorgerechtsverfügung nicht mühselig heraussuchen müsst, gibt es die wichtigsten Punkte dazu in diesem Artikel.

Inhalt

  • Ein Elternteil stirbt
    • Alleinerziehende
  • Wenn beide Elternteile sterben
  • Was ist mit Taufpaten?
  • Muss das Gericht meinem Vorschlag nachkommen?
  • Muss mein Wunschvormund die Vormundschaft annehmen?
  • Wie verfasse ich eine Sorgerechtsverfügung?
  • Formulierungshilfen für eine Sorgerechtsverfügung
  • Muss ich die Sorgerechtsverfügung aktualisieren?
  • Wo soll ich die Sorgerechtsverfügung aufbewahren?

Ein Elternteil stirbt

Stirbt ein Elternteil, wird dem verbliebenen Partner das Sorgerecht zugesprochen, sofern dies nicht dem Kindeswohl widerspricht – auch bei getrennt lebenden, unverheirateten oder geschiedenen Paaren. Rechtlich gesehen sind Vater und Mutter die nächsten Angehörigen des Kindes, auch dann, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hatte (Bürgerliches Gesetzbuch § 1680).

(Video) „Sorgerechtsverfügung - Tod beider Eltern“

Alleinerziehende

Falls Alleinerziehende nicht wünschen, dass der verbliebene Elternteil nach ihrem Tod das Sorgerecht erhält, müssen sie das schriftlich in der Sorgerechtsverfügung festlegen. Es ist möglich bestimmte Personen explizit von der Vormundschaft auszuschließen. Das erfolgt unter Angabe von triftigen Gründen(beispielsweise Kind kennt den Partner gar nicht) und einer oder mehreren Personen, die als geeigneter Vormund in Frage kommen.

Wenn beide Elternteile sterben

Wird ein Kind plötzlich zur Vollwaise, versucht das Gericht, Verwandte des Kindes mit der Vormundschaft zu beauftragen. Doch dabei gibt es mehrere Probleme: Einerseits „ist es in der Praxis für das Gericht schwierig, langjährige Familienzwistigkeiten oder Abneigungen mit einzubeziehen“, so Anne Kronzucker, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Andererseits kann – wenn es keine nahen Angehörigen gibt – „ein Amtsvormund, beispielsweise ein Mitarbeiter des Jugendamtes, bestellt werden“ (siehe Rechtsportal: „Sorgerechtsverfügung„).

Um sicherzugehen, dass der Nachwuchs nach dem eigenen Tod in sichere und vor allem vertraute Hände gerät, sollten Eltern demnach bereits zu Lebzeiten einen geeigneten Vormund bestimmen.

Der Vormund kümmert sich anstelle der Eltern um die personen- und vermögensrechtlichen Angelegenheiten des Kindes (Bürgerliches Gesetzbuch § 1793). Er kann das Kind bei sich aufnehmen, ist aber nicht dazu verpflichtet. Der Vormund kann stattdessen bestimmen, ob das Kind beispielsweise in einem Heim oder in einer Pflegefamilie untergebracht werden soll.

Wunschvormund festlegen

Laut Bürgerlichem Gesetzbuch§ 1780und§ 1781muss der in Frage kommende Vollmund volljährig und geschäftsfähig sein. Davon abgesehen, solltest du einige persönliche Fragen klären, bevor du dich festlegst:

(Video) ▶ Was genau ist eine Sorgerechtsverfügung?

  • Bevorzugst du nahe Verwandte oder lieber andere Personen (zum Beispiel aus dem Freundeskreis)?
  • Welche Personen aus der Verwandtschaft kommen überhaupt in Frage? Sind die Großeltern beispielsweise noch in der Lage das Kind zu betreuen?
  • Gibt es vielleicht ein gleichaltriges, befreundetes Paar mit dem ihr wechselseitig eine Patenschaft für die Kinder übernehmen könnt?
  • Fühlt sich das Kind in der Anwesenheit deines Wunschvormundes wohl?
  • Vertraust du dieser Person?
  • Ist der Wunschvormund auch bereit dein Kind/ deine Kinder aufzunehmen?
  • Können Geschwisterkinder zusammen bleiben?
  • Wird der Vormund nach deinen Vorstellungen erziehen?
  • Soll sich der Vormund nur um die persönlichen oder auch um die finanziellen Belange kümmern?
    Es ist möglich, zwei verschiedene Personen für die Personensorge und Vermögenssorge zu bestimmen (siehe „Rechte und Pflichten des Vormundes“)
  • Gibt es einen Ersatzvormund, falls die vorgesehene Person abspringt?

Sprich unbedingt vorher mit deinem Wunschvormund ab, ob er überhaupt bereit ist, diese Aufgabe zu übernehmen! Wenn die von dir festgelegte Person nicht eingeweiht ist, wird sie deinen Wunsch vor Gericht eventuell ablehnen.

Was ist mit Taufpaten?

„Früher übernahmen Paten im Falle des Todes der Eltern die Fürsorgepflicht für das Kind. Das ist heute nicht der Fall, ein Taufpate wird niemals automatisch der Vormund für ein verwaistes Kind, auch wenn viele Eltern genau das glauben (siehe „Rechte und Pflichten der Taufpaten“).

Muss das Gericht meinem Vorschlag nachkommen?

In der Regel folgt das Gericht der Sorgerechtsverfügung, es sei denn es hält den Vormund für nicht geeignet (zu alt/ minderjährig/ nicht geschäftsfähig/ fragwürdiger Lebenswandel). Sieht das zuständige Gericht das Kindeswohl gefährdet, kann es von den Vorgaben der Eltern abweichen.

Deswegen ist es ratsam, die Entscheidung gut zu begründen. Je besser die Argumente für den ausgewählten Vormund sprechen, desto wahrscheinlicher wird das Gericht den Wünschen nachgehen.

Alleinerziehenden, die den Partner von der Vormundschaft ausschließen wollen, wird eine besonders ausführliche Begründung nahe gelegt: „Erkläre, wieso das deinem Kind schaden könnte. Du musst schwerwiegende Gründe haben, damit sich das Vormundschaftsgericht beziehungsweise das Jugendamt deiner Ansicht anschließt.“

Muss mein Wunschvormund die Vormundschaft annehmen?

Ob deinem Wunsch entsprochen wird, ist abhängig davon, ob die von dir bestimmte Person dem Gericht geeignet erscheint. „Die Person jedoch, die von dem Vormundschaftsgericht zum Vormund bestellt wird, ist grundsätzlich verpflichtet, diese Aufgabe wahrzunehmen (§ 1785BGB).

(Video) Sorgerechtsverfügung - wer kümmert sich um meine Kinder, wenn ich es nicht mehr kann?

Ein Vormund kann seine Vormundschaft laut § 1786 BGB allerdings ablehnen, wenn er zwei oder mehr schulpflichtige Kinder zu betreuen hat, seine Familie die Übernahme des Amtes erschwert, er das 60. Lebensjahr vollendet hat oder krank und gebrechlich ist.

Auch wenn dein Wunschvormund zusagt: Kinder, die das 14. Lebensjahr vollendet haben, können sich der Sorgerechtsverfügung widersetzen!

Wie verfasse ich eine Sorgerechtsverfügung?

Die Sorgerechtsverfügung ist rechtlich gesehen eine Art von Testament.Um eine rechtskräftige Sorgerechtsverfügung zu erstellen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Entweder gehst du zum Notar und lässt ein (kostenpflichtiges) Testament anfertigen.

2. Oder Du verfasst ein eigenes – von vorn bis hinten handgeschriebenes – Schriftstück.
Es reicht NICHT ein maschinell erstelltes Dokument zu unterschreiben!Es ist außerdem wichtig, dass die Sorgeberechtigten mit Vor- und Zunamen unterschreiben und die Sorgerechtsverfügung mit Ort und Datum versehen wird.

„Der Gesetzgeber hat den Bürgern bewusst verschiedene Möglichkeiten eingeräumt, ihren letzten Willen festzuhalten. In ihrer Wirkung stehen sich notarielles und handschriftliches Testament daher in nichts nach“ (siehe „Irrtum 1: Notarielle Urkunden gelten mehr als handgeschriebene Testamente„).

(Video) Die Anhörung des Kindes im Sorgerechtsverfahren - Das muss man wissen

Nur Eheleute können eine gemeinsame Sorgerechtsverfügung aufsetzen. Unverheiratete Eltern brauchen zwei Testamente!

Formulierungshilfen für eine Sorgerechtsverfügung

Im Internet findet ihr diverse Vorlagen und Muster für Sorgerechtsverfügungen. Da diese wie bereits erwähnt, handschriftlich abgeschrieben werden müssen, gibt es keine Vordrucke.

Der Text unserer Sorgerechtsverfügungbefindet sich hinter diesem Link:
Formulierungshilfe für eine Sorgerechtsverfügung beider Elternteile in einem gemeinschaftlichen Testament
Wir haben zwei Vormunde ernannt und keine Person explizit vom Sorgerecht ausgeschlossen. Wollt ihr die Formulierung übernehmen, müsst ihr natürlich die Musternamen durch eure eigenen ersetzen.

Im Zweifelsfall oder wenn die Umstände komplizierter sind, solltest du dich an einen Rechtsanwalt oder Notar wenden.

Muss ich die Sorgerechtsverfügung aktualisieren?

Es ist ratsam die Sorgerechtsverfügung regelmäßig (spätestens alle 2-3 Jahre) zu prüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren:

Wie schauen die aktuellen Lebensumstände aus? Gibt es ein weiteres Kind/ weitere Kinder? Ist der Vormund noch in der Lage die Vormundschaft zu übernehmen? Möchte er das überhaupt noch? Muss aufgrund von Umzug oder anderen Gründen ein neuer Vormund bestimmt werden?

(Video) Sorgerechtsverfügung - Interview mit Herrn Rechtsanwalt Lutz Arnold LL.M.

Existieren nach dem Tod der Eltern mehrere Sorgerechtsverfügungen, ist immer das Schriftstück maßgeblich, das als letztes erstellt wurde.

Wo soll ich die Sorgerechtsverfügung aufbewahren?

Es empfiehlt sich zwei Exemplare anzufertigen. Eines kannst du zu Hause – bei den wichtigen Dokumenten – aufbewahren. Unsere Sorgerechtsverfügung steckt im „Familienordner“ an erster Stelle. Das zweite Exemplar gibst du am besten dem von dir ernannten Vormund. Dann weiß dieser auch direkt Bescheid und kann im Ernstfall schnell handeln.

Im Internet gibt es immer wieder den Tipp, die Sorgerechtsverfügung beim Jugendamt oder beim Nachlassgericht zu hinterlassen.
Das Jugendamt Krefeld riet mir bei einem Telefonat zu oben genannter Vorgehensweise, da sie nicht sicher wissen, wer dafür zuständig ist und wo sie derartige Schriftstücke abheften sollen. Die Hinterlegung beim Nachlassgericht ist kostenpflichtig und nicht erforderlich (siehe „Sorgerechtsverfügung bei Gericht hinterlegen„). Eine zu Hause aufbewahrte, handschriftliche Verfügung ist genauso rechtskräftig.

FAQs

Wer bekommt das Sorgerecht wenn ich sterbe? ›

Wenn sich beide Eltern das Sorgerecht geteilt haben und ein Elternteil stirbt, übernimmt der andere das Sorgerecht. Dabei zählt nicht, ob die Eltern verheiratet waren oder womöglich getrennt lebend. Wer das Sorgerecht beim Tod beider Eltern bekommt, muss richterlich geklärt werden.

Wer kümmert sich um mein Kind wenn ich sterbe? ›

Verliert ein Kind seine Eltern, dann entscheidet das Familiengericht darüber, wer sich künftig um das Kind kümmert. Es bestellt einen Vormund (§ 1773 BGB). Ab einem Alter von 14 Jahren haben Kinder ein Mitspracherecht.

Was passiert mit meinem Kind wenn ich sterbe? ›

Wenn ein oder beide Elternteile sterben, erhalten die Kinder eine Halbwaisen- oder eine Vollwaisenrente. Auch Kindergeld steht ihnen mindestens bis zu ihrem 18. Geburtstag weiter zu. Zusätzlich kann man seine Kinder auch etwa über eine Lebensversicherung finanziell absichern.

Wohin kommt das Kind wenn Mutter stirbt? ›

Rechtlich gesehen sind Vater und Mutter die nächsten Angehörigen des Kindes, auch dann, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hatte (Bürgerliches Gesetzbuch § 1680).

Was passiert wenn der letzte Elternteil stirbt? ›

Der Arzt stellt dann den Tod des Elternteils fest, führt eine Leichenschau durch und stellt auch den Totenschein aus. Die Polizei muss nur dann verständigt werden, wenn die Todesursache nicht natürlich ist. Nach dem Tod kann mit dem Totenschein beim Standesamt die Sterbeurkunde beantragt werden.

Wer hat das Sorgerecht wenn sich das Kind in einer Pflegefamilie aufhält? ›

Der Gesetzgeber hat im § 1630 Absatz 3 eine Möglichkeit geschaffen, dass leibliche sorgeberechtigte Eltern den Pflegeeltern, bei denen das Pflegekind schon längere Zeit lebt, Teile ihres Sorgerechtes freiwillig übertragen können.

Wo muss die Sorgerechtsverfügung hinterlegt werden? ›

Sie nehmen das Original der Sorgerechtsverfügung und bringen es zum Nachlassgericht. Dort wird ein Hinterlegungsprotokoll angefertigt, welches von der hinterlegenden Person unterschrieben werden muss. Sie erhalten dann einen Kostenbescheid über die Gebühr der Hinterlegung sowie einen Hinterlegungsschein.

Wie viel kostet eine Sorgerechtsverfügung? ›

Da Sie eine Sorgerechtsverfügung selbst verfassen können, müssen Sie mit keinerlei Kosten rechnen.

Wie kann ich mein Kind absichern wenn ich sterbe? ›

Die finanzielle Absicherung nach dem Tod: Waisenrente und Lebensversicherung. Wenn beide Eltern versterben oder ein Elternteil stirbt, können deren Kinder Anspruch auf Halb- oder Vollwaisenrente haben. Mit der Waisenrente soll das Kind finanziell abgesichert werden, wenn die Eltern es nicht mehr versorgen können.

Was ist eine Sorgerechtsvollmacht? ›

Die Sorgerechtsvollmacht ist eine mögliche Variante, wenn Eltern sich trennen und das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder haben. Hierbei gibt ein Elternteil dem anderen die Vollmacht, ihn in allen das Kind betreffenden Angelegenheiten zu vertreten.

Wer erbt wenn beide Eltern sterben? ›

Leben noch beide Eltern des Verstorbenen, erben sie zu gleichen Teilen jeweils die Hälfte des Nachlasses. Ist ein Elternteil bereits verstorben, treten an die Stelle des verstorbenen Elternteils dessen Nachkommen – in diesem Fall also die Geschwister des Erblassers und deren Kinder, also Nichten und Neffen.

Was ist wenn das Jugendamt die Vormundschaft hat? ›

Der Vormund vertritt die Interessen des Kindes oder des Jugendlichen, auch gegenüber dem Jugendamt. Er nimmt als Personensorgeberechtigter an den Hilfeplangesprächen teil und er beantragt die Leis- tungen, die er für das Kind oder den Jugendlichen für erforderlich hält.

Was muss in einer Sorgerechtsverfügung stehen? ›

In einer Sorgerechtsverfügung wird schriftlich festgehalten, wer im Todesfall eines oder beider Elternteile das Sorgerecht für die minderjährigen Kinder übernehmen soll.

Kann man das Sorgerecht mit Vollmacht übertragen? ›

Da das Sorgerecht höchst persönlich ist, kann es nicht durch Vereinbarung an Dritte übertragen werden. Der Sorgeberechtigte kann aber andere mit der Ausübung der Sorge beauftragen, etwa in Form einer Vollmacht.

Was ist zu tun wenn die Mutter stirbt? ›

Nachdem ein Angehöriger verstorben ist, gibt es einige Dinge, die Du sofort erledigen musst.
  1. Totenschein. ...
  2. Testament. ...
  3. Versicherungs- und Bankunterlagen. ...
  4. Ausweise und Urkunden. ...
  5. Nahe Angehörige benachrichtigen. ...
  6. Bestatter beauftragen. ...
  7. Lebensversicherung und Sterbegeldversicherung informieren.

Wird nach dem Tod das Konto gesperrt? ›

War der Verstorbene alleiniger Kontoinhaber und hat die Bank Kenntnis von dessen Tod erlangt, sperrt sie den Onlinebanking-Zugang und auch die Bankkarten. Das Konto wird als Nachlasskonto weitergeführt. Die Bank führt weiterhin alle Aufträge aus, die zu Lebzeiten des Kontoinhabers erteilt wurden.

Wie lange dauert es bis sich das Nachlassgericht meldet? ›

Dem Nachlassgericht geht eine Nachricht vom Tode des Erblassers automatisch zu. In der Regel hilft bei der Beschaffung der Sterbeurkunde Ihr Bestattungsinstitut. Grundsätzlich findet nach dem Tode einer Person kein Nachlassverfahren beim Amtsgericht statt.

Können beerdigungskosten vom Konto des Verstorbenen bezahlt werden? ›

Eine Ausnahme sind die Kosten der Beerdigung: Sie können vom Konto des Verstorbenen bezahlt werden, wenn die legitimierten Erben die entsprechenden Rechnungen bei der Bank einreichen und genügend Geld auf dem Konto vorhanden ist.

Wer hat das Sorgerecht bei einer Inobhutnahme? ›

Die Inobhutnahme stellt jedoch einen tiefen Eingriff in das elterliche Sorgerecht dar, wenn Gefahr in Verzug ist. Sie kann vom Jugendamt selbst, anderen Institutionen (z.B. Schule, Polizei, Ärzte) angeregt oder aber vom Kind selbst erbeten werden. Geregelt wird die Inobhutnahme in § 42 Abs. 1.

Kann man das Sorgerecht auf die Oma übertragen? ›

Um hier eigenmächtig wichtige Entscheidungen treffen zu können, kommt es manchmal zu Überlegungen, das Sorgerecht auf die betreuende Oma oder den Opa zu übertragen. Hier reicht jedoch eine sogenannte Sorgerechtsvollmacht aus, die vom sorgeberechtigten Elternteil an einen oder beide Großeltern ausgestellt wird.

Wann kann ein Kind selbst entscheiden wo es leben will? ›

Der Elternteil übt sein gesetzliches Aufenthaltsbestimmungsrecht aus. Erst mit der Vollendung des 18. Lebensjahres wird das Kind volljährig und kann in eigenen Angelegenheiten eigenständig entscheiden, also auch darüber, wo es wohnt.

Was passiert mit Kind Wenn Eltern sterben Österreich? ›

Tod des obsorgeberechtigten Elternteils

Hatte die/der Verstorbene das alleinige Obsorgerecht, entscheidet das Gericht, ob der andere Elternteil, die Großeltern oder die Pflegeeltern (dazu zählt die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte des verstorbenen Elternteils) das Sorgerecht bekommt.

Was kostet Sorgerechtsverfügung beim Notar? ›

Sicherer ist es daher, wenn es bei einem Notar oder Nachlassgericht aufbewahrt wird. Dafür können Sie mit ca. 150 € Notarkosten zur Sorgerechtsverfügung rechnen. Dazu können weitere Gebühren kommen, falls Sie sich für die Ausformulierung professionelle Hilfe holen.

Was darf man nicht ohne Sorgerecht? ›

Hat der Vater nur das Umgangsrecht kein gemeinsames Sorgerecht, darf er das Kind sehen und Kontakt pflegen. Einem Vater ohne Sorgerecht kann das Umgangsrecht nur verweigert werden, wenn eine Kindeswohlgefährdung vorliegt.

Bin ich als Mutter Vormund? ›

Laut § 1773 BGB erhält ein Minderjähriger einen Vormund, wenn er nicht unter elterlicher Sorge steht oder wenn die Eltern weder in den die Person noch in den das Vermögen betreffenden Angelegenheiten zur Vertretung des Minderjährigen berechtigt sind.

Haben Kinder Anspruch auf das Sterbevierteljahr? ›

Kinder haben keinen Anspruch auf das Sterbevierteljahr

Vom Sterbevierteljahr profitieren nur Ehepartner und eingetragene Lebenspartner. Kinder und sonstige Verwandte haben keinen Anspruch. Auch nicht verheiratete oder nicht eingetragene Lebenspartner sind nicht anspruchsberechtigt.

Haben Kinder Anspruch auf Sterbegeld? ›

Auf das Alter der Kinder kommt es nicht an. Damit haben auch Kinder, die längst volljährig sind, Anspruch auf Sterbegeld, denn der Begriff "Kind" ist nicht im Sinne des Kindergeldgesetzes, sondern des Familien- und Erbrechts des BGB auszulegen.

Was beinhaltet eine Vorsorgevollmacht über den Tod hinaus? ›

Der Bevollmächtigte vertritt den Erblasser, nach dessen Tod vertritt er die Erben. Er muss also keinen Erbschein oder ein öffentliches Testament mit Eröffnungsniederschrift vorlegen, um alle Rechtsgeschäfte so vorzunehmen, wie der Erblasser selbst es hätte tun können.

Was ist der Nachteil einer Vorsorgevollmacht? ›

Der Nachteil: Es gibt oft niemanden, der den oder die Bevollmächtigte*n kontrolliert. Der oder die Bevollmächtigte könnte die Vorsorgevollmacht missbrauchen und zum Beispiel Geld vom Konto nehmen. Oder er oder sie kann anders für Sie entscheiden, als Sie es eigentlich wollten.

Welche 3 Arten von Vollmachten gibt es? ›

Vollmachten
  • Prokura.
  • Handlungsvollmacht.
  • Abschlussvollmacht.
  • Spezialvollmacht (Vollmacht für einzelne Rechtsgeschäfte)
  • Ladenvollmacht.
  • Vertretungsmacht kraft Rechtsschein.
  • Vertretung ohne Vertretungsmacht.

Was ist der Unterschied zwischen einer Vorsorgevollmacht und einer Vollmacht? ›

Die Vollmacht gilt nur für den Zugriff auf die Konten und nur solange der andere auf Reisen ist. Die Vorsorgevollmacht hingegen wird für den Fall erstellt, dass der Vollmachtgeber nicht mehr geschäftsfähig ist.

Was Erben die Kinder wenn der Vater stirbt und die Mutter noch lebt? ›

Die Kinder des Erblassers erben zu gleichen Teilen. Kinder der jeweiligen Kinder würden durch die dem Erblasser nähere Generation ausgeschlossen (Stämme). Damit erbt im Ergebnis richtig die Witwe die Hälfte und die Kinder des Erblassers je 1/3 der anderen Hälfte des Erbes bzw. 1/6 vom Ganzen.

Was erbt die Ehefrau wenn sie nicht im Grundbuch steht? ›

Der Ehegatte erbt neben den Verwandten der ersten Ordnung, also Kindern und Enkeln, ein Viertel und neben Verwandten der zweiten Ordnung, also Eltern und Geschwistern des Erblassers, die Hälfte (§ 1931 Abs. 1 BGB).

Kann ich ein Haus nur einem Kind vererben? ›

Ein Haus kann grundsätzlich durch die gesetzliche Erbfolge, ein Testament oder einen Erbvertrag oder auch durch eine Schenkung an Kinder übertragen werden. Will man nur ein Kind mit einem Haus bedenken, so kann man es z. B. als Alleinerbe einsetzen und die anderen Kinder enterben.

Wie viel Geld bekommt man für eine Vormundschaft? ›

Die dem Vormund nach § 1 Abs. 2 zu bewilligende Vergütung beträgt für jede Stunde der für die Führung der Vormundschaft aufgewandten und erforderlichen Zeit 23 €.

Was ist der Unterschied zwischen Vormundschaft und Sorgerecht? ›

Wird das Sorgerecht vollständig auf eine andere Person übertragen, spricht man von Vormundschaft, bei einer nur teilweisen Übertragung von Ergänzungspflegschaft. Bei der Entscheidung des Familiengerichts steht das Wohl des Kindes im Vordergrund. Einem Vormund wird die gesamte elterliche Sorge übertragen.

Wann endet eine Vormundschaft beim Jugendamt? ›

Beendigung der V.: Die Vormundschaft endet außer durch den Tod des Mündels mit dem Wegfall der Voraussetzungen ihrer Anordnung, v. a. also mit Erreichen der Volljährigkeit.

Wo muss die Sorgerechtsverfügung hinterlegt werden? ›

Sie nehmen das Original der Sorgerechtsverfügung und bringen es zum Nachlassgericht. Dort wird ein Hinterlegungsprotokoll angefertigt, welches von der hinterlegenden Person unterschrieben werden muss. Sie erhalten dann einen Kostenbescheid über die Gebühr der Hinterlegung sowie einen Hinterlegungsschein.

Wer muss Sorgerechtsverfügung unterschreiben? ›

Sorgerechtsverfügung korrekt anfertigen

Sind Sie als Eltern verheiratet, reicht es, wenn einer die Verfügung handschriftlich erstellt und der andere ebenfalls unterschreibt. Oder jeder Elternteil verfasst ein eigenes Dokument.

Werden Vollmachten vererbt? ›

§§ 672, 675 BGB). Mit dem Tod des Vollmachtgebers vertritt der Bevollmächtigte dann die Erben, jedoch beschränkt auf den Nachlass. Die Erben allerdings können die Vollmacht aus eigenem Recht widerrufen, ebenso der Testamentsvollstrecker. Der Tod des Bevollmächtigten führt regelmäßig zum Erlöschen der Vollmacht (arg.

Können Großeltern das Sorgerecht für Enkel bekommen? ›

Sofern das Sorgerecht mit Personen- und Vermögenssorge nicht von den beiden Elternteilen wahrgenommen wird, können auch die Großeltern in diese elterliche Sorge einbezogen werden. Hier ist der Einzelfall ausschlaggebend, in welchem Umfang und für welche Teilbereiche das geschieht.

Wohin kommt das Kind wenn Mutter stirbt? ›

Rechtlich gesehen sind Vater und Mutter die nächsten Angehörigen des Kindes, auch dann, wenn nur ein Elternteil das Sorgerecht hatte (Bürgerliches Gesetzbuch § 1680).

Was passiert mit Kindern wenn die Mutter stirbt? ›

Gemeinsames Sorgerecht der Eltern

Beim Tod eines Elternteils geht das Sorgerecht auf den überlebenden Elternteil über. Dies geschieht automatisch, wenn bis zum Tod des Elternteils beide Eltern Inhaber der elterlichen Sorge waren.

Was passiert mit den Kindern wenn die Mutter stirbt? ›

Stirbt nur ein Elternteil, bekommt das verbleibende Elternteil die Sorge für die Kinder. Dies ist in der Regel auch der Fall bei allein Alleinerziehenden, die das allei nige Sorgerecht haben (§ 1680 Abs. 2 BGB).

Was passiert ohne Sorgerechtsverfügung? ›

Ohne Sorgerechtsverfügung bestimmt das Familiengericht oder das Jugendamt einen Vormund (§ 1773 BGB). Im Gegensatz zum Erbe gibt es beim Sorgerecht keine „gesetzliche Reihenfolge“ oder ähnliches – das Sorgerecht bekommen nach dem Tod der Eltern nicht automatisch Großeltern, Verwandte oder Taufpaten.

Kann man das Sorgerecht auf die Oma übertragen? ›

Um hier eigenmächtig wichtige Entscheidungen treffen zu können, kommt es manchmal zu Überlegungen, das Sorgerecht auf die betreuende Oma oder den Opa zu übertragen. Hier reicht jedoch eine sogenannte Sorgerechtsvollmacht aus, die vom sorgeberechtigten Elternteil an einen oder beide Großeltern ausgestellt wird.

Was passiert nach dem Tod der Eltern? ›

Kommt es zum Tod eines Elternteils, dann erhält automatisch der überlebende Elternteil die elterliche Sorge und in der Regel auch die alleinige. Es ist nicht notwendig, dass eine Regelung durch eine Behörde getroffen wird.

Was bekommen Kinder wenn ein Elternteil stirbt? ›

‍Sobald der Vater stirbt, erben die Kinder seinen Nachlass und die damit verbundenen Vermögenswerte sowie Schulden. Dabei ist unerheblich, ob ein Testament besteht oder nicht. Existiert kein Testament, greift die gesetzliche Erbfolge. Sie sieht die Kinder als erbberechtigt an.

Wo muss die Sorgerechtsverfügung hinterlegt werden? ›

Sie nehmen das Original der Sorgerechtsverfügung und bringen es zum Nachlassgericht. Dort wird ein Hinterlegungsprotokoll angefertigt, welches von der hinterlegenden Person unterschrieben werden muss. Sie erhalten dann einen Kostenbescheid über die Gebühr der Hinterlegung sowie einen Hinterlegungsschein.

Wie viel kostet eine Sorgerechtsverfügung? ›

Sicherer ist es daher, wenn es bei einem Notar oder Nachlassgericht aufbewahrt wird. Dafür können Sie mit ca. 150 € Notarkosten zur Sorgerechtsverfügung rechnen. Dazu können weitere Gebühren kommen, falls Sie sich für die Ausformulierung professionelle Hilfe holen.

Was passiert mit Kind Wenn Eltern sterben Österreich? ›

Tod des obsorgeberechtigten Elternteils

Hatte die/der Verstorbene das alleinige Obsorgerecht, entscheidet das Gericht, ob der andere Elternteil, die Großeltern oder die Pflegeeltern (dazu zählt die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte des verstorbenen Elternteils) das Sorgerecht bekommt.

Wie oft müssen Großeltern Enkel sehen? ›

Das Recht auf den Umgang von Oma und Opa mit ihren Enkeln ist gesetzlich geregelt. Die Dauer und die Häufigkeit sind im Gesetz aber nicht festgehalten. Die Häufigkeit des Umgangs der Großeltern wird immer individuell festgelegt. Bisherige Rechtsprechungen geben eine Orientierung von vier bis fünf Stunden im Monat.

Haben Großeltern noch Geschlechtsverkehr? ›

Sex im Alter ist schon lange kein Tabu-Thema mehr. USA - Manche können es sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen, aber auch unsere Eltern und Großeltern haben immer noch Sex. Denn Sex im Alter ist schon lange kein Tabu-Thema mehr.

Kann ich als Onkel das Sorgerecht beantragen? ›

Gibt es Personen, die dem Kind nahestehen, kann das Gericht ihnen das Sorgerecht übertragen. Meist kommen zuerst Angehörige in Betracht, etwa Oma, Tante oder Onkel. „Es können aber auch andere Personen sein“, erklärt Becker.

Wird nach dem Tod das Konto gesperrt? ›

War der Verstorbene alleiniger Kontoinhaber und hat die Bank Kenntnis von dessen Tod erlangt, sperrt sie den Onlinebanking-Zugang und auch die Bankkarten. Das Konto wird als Nachlasskonto weitergeführt. Die Bank führt weiterhin alle Aufträge aus, die zu Lebzeiten des Kontoinhabers erteilt wurden.

Was fühlt ein Sterbender? ›

“ Dazu kommt oft ein beklemmendes Gefühl, Druck auf der Brust, Kurzatmigkeit, Übelkeit und kalter Schweiß. Häufig werden Herzattacken aber auch gar nicht wahrgenommen, weil die Betroffenen denken, sie hätten nur Magenverstimmungen oder Rückenschmerzen.

Wie lange dauert es bis sich das Nachlassgericht meldet? ›

Dem Nachlassgericht geht eine Nachricht vom Tode des Erblassers automatisch zu. In der Regel hilft bei der Beschaffung der Sterbeurkunde Ihr Bestattungsinstitut. Grundsätzlich findet nach dem Tode einer Person kein Nachlassverfahren beim Amtsgericht statt.

Was Erben die Kinder wenn der Vater stirbt und die Mutter noch lebt? ›

Erbfall mit Erben zweiter Ordnung

Die Eltern des Erblassers erben nach Linien: Die eine Hälfte des Nachlasses fällt an die Linie der Mutter, die andere an die Linie des Vaters. Weil die Mutter noch lebt, bekommen die Kinder gemäß dem Repräsentationsprinzip nichts und sie wird Erbin der Hälfte des Nachlasses.

Wer erbt nach Tod der Mutter? ›

Es erben immer nur die nächsten Verwandten. Fernere Verwandte, also Kinder oder Urenkel, erben nur dann, wenn deren Eltern, von denen sie abstammen, nicht mehr leben. Sollte die Tochter schon vor der Mutter verstorben sein, dann fällt sie bei der Aufteilung des Erbes weg.

Wie ist die Erbfolge wenn kein Testament vorhanden ist? ›

Das Repräsentationsprinzip bei der Erbfolge ohne Testament

Zunächst erben Ehepartner und Kinder. Ist der Erblasser nicht verheiratet, dann erben nur die Kinder. Ist ein Kind verstorben, dann erben dessen Kinder (Enkelkinder des Erblassers). Hat der Erblasser weder Kinder noch einen Ehepartner, dann erben seine Eltern.

Videos

1. Vorsorgevollmacht: Kontenzugang etc. rechtzeitig regeln
(Finanztip)
2. Sorgerechtsverfügung richtig formulieren - wer sie braucht und wofür sie dient
(Christian Schebitz)
3. Vorsorgevollmacht - Die 10 großen Fehler
(Prof. Dr. Volker Thieler)
4. Warum ein Notfallmanagement und ein Notfallplan wichtig ist!
(Patrick Dornbusch)
5. Wichtige Tipps für die persönliche Notfallplanung
(ACCONSIS)
6. Vorsorgevollmacht korrekt formulieren - und wer sie braucht!
(Christian Schebitz)

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Author: Dr. Pierre Goyette

Last Updated: 09/30/2022

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